Gastbeitrag von Bernd Thiel: Wir sehen uns in Frankfurt (Oder)!

Wir freuen uns sehr, Bernd Thiel als neuen Gastautoren in unserem Blog begrüßen zu können. Er wird euch in der nächsten Zeit Frankfurt (Oder) genauer vorstellen und über lokale Ereignisse berichten. In seinem ersten Gastbeitrag führt er in die Geschichte Frankfurts an der Oder ein. Viel Spaß beim Lesen!

von Bernd Thiel, exklusiv für askalo

frankfurt_oder_rathaus.jpgAbseits vom Trubel der Großstädte wie Frankfurt, Hamburg, München oder Berlin, ganz am Rande der Republik, gibt es ein zweites Frankfurt - das an der Oder. Inzwischen dürfte es ja jeder schon mal gehört haben: Entweder weil die Oder nicht in ihrem Bett geblieben ist oder sich die Politiker über Grenzprobleme mit Polen gestritten haben. Die Wirklichkeit sieht anders aus, denn inzwischen gibt es keine Grenzkontrollen mehr und die Universität „Viadrina" hat dazu beigetragen, dass von der Doppelstadt Frankfurt (Oder)-Słubice gesprochen wird. So heißt die Stadt unmittelbar hinter der Grenze, früher Teil von Frankfurt - die Dammvorstadt.
frankfurt_oder.JPGInoffiziell wird Frankfurt (Oder) auch als Kleist-, Universitäts- und Hansestadt bezeichnet. Daraus ist schon erkennbar, dass die 63.000 Einwohnerstadt mehr zu bieten hat, als gelegentliche Negativschlagzeilen in der Presse. Im Mittelalter als Mitglied der Hanse war Frankfurt eine bedeutende Handels- und Messestadt, Zwischenstation der Händler auf dem Weg von Breslau zur Ostsee, von Nürnberg ins Ordensland Ostpreußen. Als die Eisenbahn gebaut wurde, war sie wieder Kreuzungspunkt: Berlin-Posen und Guben-Küstrin-Stettin waren die Stationen. Als Militär- und Beamtenstadt gehörte Frankfurt zu den reicheren Städten mitten in der Provinz Brandenburg. Der Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder erstreckte sich von hier bis weit in östlicher Richtung: Die Neumark wurde von Frankfurt aus verwaltet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt über Nacht zur Grenzstadt geworden. Reichsbahn und die angesiedelte Halbleiterindustrie waren die größten Arbeitgeber und die Einwohnerzahl stieg wieder auf etwa 85.000 an.

frankfurt_oder_kleist_museum.jpgAuch kulturell hatte Frankfurt schon immer etwas zu bieten. Das Kabarett „Die Oderhähne" erfreut seit Jahrzehnten die Gäste und ebenso lädt seit vielen Jahren die Konzerthalle (eine alte Kirche) zu den unterschiedlichsten Konzerten und Veranstaltungen ein. 2011 jährte sich der Todestag des bekanntesten Sohnes der Stadt, Heinrich von Kleist, zum 200. Mal. Das Kleist-Museum ermutigt den Unkundigen sich mit dem verkannten Genie und Schriftsteller zu beschäftigen. Und dann ist da noch die traumhafte Umgebung: Schlaubetal, Oder- und Warthebruch. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel...

Ich schreibe gern über meine Heimatstadt. Ich wurde hier vor 54 Jahren geboren, bin in Frankfurt (Oder) aufgewachsen und abgesehen von kurzen Unterbrechungen (Studium im schönen Ilmenau/Thüringen) lebe ich seither mit meiner Familie in der Stadt. Als Techniker im Halbleiterwerk begann meine berufliche Laufbahn. Inzwischen bin ich als EDV-Dozent in Brandenburg unterwegs und teile mein Wissen computergeplagten Büroangestellten mit. Immer wieder zieht es mich mit Fotoapparat in die Umgebung von Frankfurt. Einige Fotos findet man auf meiner Webseite www.bernd-thiel.de.

Ich mag askalo sehr, da ich auf askalo meine Ortskenntnis und besonders mein Wissen über Frankfurt (Oder) und die sehr schöne Umgebung an euch weiter geben kann.

Bernd Thiel

Fotos © Bernd Thiel

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1 Kommentar

Mir fehlt Frankfurt und das Brandenburger Umland total. Habe richtig Bankfurt Heimweh bekommen, als ich den Beitrag gelesen habe, obwohl es natürlich noch so viel mehr über Frankfurt (Oder) zu berichten gibt. Aber da soll ja noch mehr kommen, nicht wahr?

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