Chemnitz - Stadt der Moderne

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In unserer Serie stellt jeden Monat ein Gastautor seine Stadt vor, gibt Insidertipps und berichtet, was man dort unbedingt gesehen haben muss. Im ersten Teil diese Woche erzählt uns Katharina etwas über Chemnitz (in Deutschland), wie es vor der Wende dort aussah; und im zweiten Teil nächste Woche erfahrt ihr, wie es heute in Chemnitz aussieht. Katharina berichtet von den Problemen der Stadt, aber auch von ihren schönen Seiten.
Name: Katharina

Stadt: Chemnitz

Land: Deutschland

Hat hier gelebt: 5 ½ Jahre

Lieblingsplatz: Theaterplatz im Winter

Lieblingsessen aus der Stadt: Bambes mit Apfelmus (eine Art Kartoffelpuffer auf Vogtländisch - besonders zu empfehlen auf dem Weihnachtsmarkt)

Katharina lebte 5 ½ Jahre lang in Chemnitz und studierte dort Germanistik und Philosophie. Während dieser Zeit arbeitete sie als studentische Hilfskraft in der Bibliothek, in den Kunstsammlungen und in der Oper in Chemnitz.

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karl_marx_small.JPGSo nennt sie sich seit einiger Zeit selbst: Chemnitz - die Stadt der Moderne. Böse Stimmen meinen, es sollte umformuliert werden zu: statt der Moderne. Wer behält Recht in der Frage um die Reputation dieser Stadt? Die drittgrößte Stadt in Sachsen hat unter anderem zwei Probleme: Dresden und Leipzig. Die Konkurrenz ist groß und angesehen, hat städtebaulich, kulturell und wirtschaftlich einiges zu bieten. Chemnitz dagegen ist, nun ja, auf den ersten Blick nicht gerade schön, nicht gerade voll von Kultur und Arbeitsplätzen und auch nicht das Ziel erster Wahl einer Städtereise innerhalb Deutschlands.

Wagen wir einen zweiten Blick

Um die Probleme, die Chemnitz bis heute plagen, zu verstehen, ist ein kurzer Abriss der Geschichte der Stadt nötig. Denn Chemnitz verfügt über eine abwechslungsreiche Vergangenheit, die das Bild der Stadt bis heute prägt. Am Ende des 18. Jahrhunderts gewann die Industrie in der Stadt immer mehr an Einfluss, was die Wirtschaft stärkte und ihr den Beinamen „Sächsisches Manchester" einbrachte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Chemnitz gar eine der wohlhabendsten Städte der Republik - und eine der erfindungsreichsten: Zum Beispiel waren die Patentanmeldungen sechs mal höher als im restlichen Teil Deutschlands. Auch der Maschinenbau hat hier seinen Ursprung. Diese industrielle Vergangenheit sieht man der Stadt (teils zu ihrem Unglück) noch immer an.

church2_small.JPG Doch diese Periode hatte auch ihre schönen Seiten. Villen im Baustil der Gründerzeitarchitektur säumten Straßen und ganze Viertel. Die Bauten im Jugendstil trugen etwas später ebenfalls zur Verschönerung der Stadt bei. Dann aber kam der Zweite Weltkrieg und es fielen die Bomben. Der historische Kern der Stadt wurde fast vollständig zerstört. Stadtteile, wie etwa der Kaßberg, in denen viele Villen standen, wurden zwar verschont, verfielen aber zu Zeiten der DDR, da sich niemand ihrer annahm.

Stattdessen bemühte man sich in der Ära des Sozialismus, in welcher Chemnitz Karl-Marx-Stadt hieß (seit 1953), die Innenstadt nach sozialistischem Baumuster wieder aufzubauen. Auch entstanden zahllose Plattenbauten in den Wohngebieten. Diesen Aufbau vollendeten die roten Herren jedoch nicht - hinterlassen wurde stattdessen ein halbfertiges ödes Stadtbild. Dann kam die Wende und die Innenstadt war noch immer nicht fertig ausgebaut - es gab keinen echten Stadtkern. Karl-Marx-Stadt wurde wieder zu Chemnitz und es es kam zu zahlreichen Abwanderungen in die alten Bundesländer. Die Stadt stand vor einer großen Herausforderung.

Nächste Woche könnt ihr mehr über die jüngsten Entwicklungen in Chemnitz erfahren und was ihr euch in der Stadt auf jeden Fall anschauen solltet. Wenn ihr neugierig geworden seid und nicht so lange warten möchtet, dann sucht doch auf askalo nach den schönsten Sehenswürdigkeiten oder den besten Ausgehtipps in Chemnitz.

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