Chemnitz - Stadt der Moderne (Teil 2)

banner_gsc.png Es geht weiter mit unserer neuen Blogserie. Letzte Woche hat Katharina euch im ersten Teil ihres Artikels die Geschichte der Stadt Chemnitz näher gebracht. Wie versprochen kommt nun der zweite Teil, in dem ihr erfahrt, wie es heute in Chemnitz aussieht und was man auf gar keinen Fall verpassen sollte.
Was hat sich seitdem getan?

Es regnete Preise. 2006 ging der zweite Platz des Immobilienpreises der Städte an die Chemnitzer Innenstadt. 2009 erhielt die Stadt den Titel 'Ort der Vielfalt' von der Bundesregierung. 2011 wurde die Chemnitzer Oper für beispielhaftes Engagement im Bereich Musiktheater mit dem Preis des Verbandes Deutscher Bühnen- und Medienverlage ausgezeichnet. Besonders die Verbindung zwischen einem klassischen Opernrepertoire und eher selten gespielten Stücken wurde hervorgehoben. Also gibt es nun nur noch Schönwetter? Nicht ganz.

Ja, es gibt den Preis 'Ort der Vielfalt', aber die 'Reitbahnstraße 84', ein selbstverwalteter alternativer Treff für Jugendliche, in dem Musik, Lesungen, Projekte und Leckereien angeboten wurden, ein Ort der Vielfalt per excellence, wurde geschlossen. Dieses Haus - eine Aktion des Vereins zur Wiederbelebung kulturellen Brachlandes - war die Verbindung zwischen Universität und Innenstadt und damit Anlaufstelle vieler Studenten. Leider scheiterte das Projekt. Vielleicht war dies doch etwas zu viel Vielfalt für Chemnitz? Ein Problem, was Chemnitz bis heute beschäftigt, ist der große freistehende Wohnraum. Das freut zwar die Studenten, die hier für wenig Geld eine Wohnung oder ein WG-Zimmer - ohne Probleme auch in einem schönen, allerdings unsanierten Altbau - finden können; wirkt an vielen Orten der Stadt aber leider trist und trostlos.

church_small.jpg Doch nicht alles ist schlecht, keineswegs: Die Industrie ist heute wieder ein starker Zweig der Wirtschaft, vor allem Automobilindustrie und Maschinenbau geht es gut. Im Städte-Ranking der Wirtschaftswoche lag Chemnitz vor einigen Jahren immerhin schon im Mittelfeld. Auch die Gründerzeit- und Jugendstilbauten werden langsam instandgesetzt, jedoch meist von privater Hand.

Und das kulturelle Angebot wird immer größer, die Kultur schafft sich Raum. Theater, Oper, Ballett und Puppentheater werden angeboten. Der Spielplan der Theater in Chemnitz ist abwechslungsreich.

Das Museum 'Kunstsammlungen Chemnitz' hat unter der Leitung Ingrid Mössingers mit der Sammlung des Münchners Alfred Gunzenhauser einen großen Fisch an Land gezogen. 2.549 Werke des 20. Jahrhunderts gingen an Chemnitz, als der bekannte Sammler einen dauerhaften Ort für seine Werke suchte. Zum größten Teil sind Expressionisten wie Alexej von Jawlensky und Gabriele Münter nun in Chemnitz zu sehen. Zudem beherbergt das Museum die größte Sammlung von Arbeiten des Malers Otto Dix; eine ganze Etage des neuen Museum Gunzenhausers ist ihm gewidmet. Aber auch lokale Künstler, wie der in Chemnitz geborenen Karl Schmidt-Rottluff, werden hier gewürdigt.

Der Besuch in Chemnitz lohnt sich allemal. Der Mischung aus Industrie, Überbleibsel des Sozialismus, Kultur und alten Jugendstilbauten ist durchaus etwas abzugewinnen. Der 'Nischel', Karl-Marx-Monument und ehemaliges Wahrzeichen, ist auch heute noch beliebtes Ziel der Touristen. Hier zeigten die Architekten des Sozialismus ihre Kunst und vor allem die Dauerhaftigkeit dieser Kunst. Die Stadt wollte das Monument eigentlich entfernen lassen, doch war der Kopf zu schwer, um ihn abzutransportieren. Die sozialistischen Bauten wurden eben für die Ewigkeit errichtet. Schmunzeln an dieser Stelle ist durchaus erlaubt. Um einen Tag in Chemnitz ausklingen zu lassen, nachdem man 'Nischel' und Museum besucht hat, empfehle ich die Lesungen von Burkhard Müller und Eske Bockelmann im Weltecho.

Mehr über Chemitz erfahrt ihr...natürlich auf askalo Chemnitz!

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